Neue US Zölle auch für Oldtimer?

Einfuhr oder Abfuhr?

Seitdem der US-Präsident Donald Trump vergangene Woche einen zusätzlichen Zoll von 25 Prozent auf Automobile und Autoteile per Dekret verhängte, fragt sich die Oldtimer-Community, welche Auswirkungen diese neue Abgabe auf ihr Hobby haben wird. Am Nachmittag des 2. April, kurz bevor die neuen Zölle in Kraft traten (sie gelten seit dem 3. April, Stichzeit 00:01 Uhr), wurde jetzt eine Ausnahme bekannt gegeben: Die jüngste präsidiale Proklamation zu den Zöllen enthält eine Ausnahmeklausel für Fahrzeuge, die „mindestens 25 Jahre vor dem Jahr der Einfuhr hergestellt wurden“. Solche Fahrzeuge unterliegen weiterhin dem bisher geltenden Einfuhrzoll von 2,5 Prozent.

Auf den ersten Blick sollen diese Zölle die inländische US-Produktion von Autos und Autoteilen ankurbeln, die in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen ist – trotz des Booms ausländischer Automobilhersteller, die Montagewerke in den USA errichtet haben. Während der Großteil der von diesen Zöllen betroffenen Fahrzeuge neu produziert wird, enthielt die ursprüngliche Proklamation des Weißen Hauses keine Unterscheidung oder Ausnahme für Oldtimer oder Gebrauchtwagen im Allgemeinen.

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Und was ist mit Autos AUS den USA?

Umgekehrt ist die Sache zwar weniger sprunghaft, aber nicht minder verwirrend: Grundsätzlich erhebt die Europäische Union aktuell zehn Prozent Einfuhrzoll auf Kaufpreis und Transportkosten aus den USA. Diese fallen allerdings weg, sofern das Fahrzeug älter als 30 Jahre ist und die Kriterien als „Sammlerstück“ erfüllt. Was ein Sammlerstück ist, entscheidet dabei die Zollbehörde des Einfuhrlandes. Zusätzlich schlagen Einfuhrumsatzsteuern des jeweiligen EU-Landes zu Buche. Anerkannte Sammlerstücke werden in Deutschland mit sieben Prozent besteuert, in Frankreich sind es beispielsweise nur 5,5 Prozent. Dies gilt auch für Autos, die von Privat an Privat verkauft werden.

Für Gebrauchtwagen fallen dagegen die „normalen“ Kosten von zehn Prozent EU-Zoll plus dem länderspezifischen Einfuhrsteuersatz an. Der beläuft sich in Deutschland auf 19 Prozent, in Frankreich auf 20, in Italien oder Dänemark ist es sogar noch mehr.

Ob sich innerhalb der regelschaffenden Riege der EU-Parlamentarier Rachegelüste entwickeln, die den Oldtimer-Handel mit den Vereinigten Staaten in Zukunft erschweren könnten, ist aktuell noch nicht absehbar.