Designer des Oldsmobile Toronados verstorben

Beispielloser amerikanischer Traum ging nach 89 Jahren zu Ende

Am 2. Januar 2026 starb David R. North, der Designer des Oldsmobile Toronado (siehe AMERICAN CLASSICS 1/2026). Als 17-jähriger Gearhead hatte North bei MacIntyre’s Cadillac in Billings/Montana gejobbt. Schon damals zeichnete er mit Begeisterung die Autos von morgen. Seine Entwürfe waren so überzeugend, dass sein damaliger Chef sie in der Niederlassung ausstellte. Im Sommer 1953 stand unangekündigt Charles Erwin Wilson (1890-1961), CEO und somit der mächtigste Mann bei General Motors in der Filiale, da er auf der Durchreise in den Yellowstone-Nationalpark war. Wilson war von North’ Zeichnungen angetan und versprach dem jungen Talent, ihn zu übernehmen, wenn er Fahrzeugdesign studieren würde. David R. North ergriff die Chance seines Lebens, brach nach der High School mit seiner Frau Patricia nach Kalifornien auf und absolvierte ein Studium an der Art Center School in Pasadena, der Talentschmiede Detroits. Nach seinem Diplom hielt Wilson Wort und North zog nach Detroit. Unter anderem war er als Designer in die Gestaltung von Pontiac GTO und Cadillac Eldorado involviert, sein Meisterwerk sollte aber der 1966er Oldsmobile Toronado werden, der sich stilistisch von allem anderen im GM-Portfolio abhob. Fortan war North für alle Modelljahre des Luxus-Fronttrieblers verantwortlich und ging mit Einstellung der Baureihe 1992, zwischenzeitlich zu Oldsmobiles Chefdesigner weiter aufgestiegen, ebenfalls in Rente. Bis zuletzt stand David R. North mit der Toronado-Szene in engem Kontakt, er starb in Billings, der größten Stadt Montanas, zu dessen Gründern 1877 sein Großvater gehörte.