Toyotas Pläne für die Guppe S

WILDE SORTE

Mit auf 300 PS reduzierter Leistung war die neue Rallye-Elite-Liga zunächst geplant, die ersten Prototypen lagen PS-mäßig aber noch klar auf Augenhöhe mit den Pistenschrecks der glorreichen Gruppe B. Die hatte 1986 ihren Zenit erreicht – und mit ihren hochgerüsteten Boden-Boden-Raketen leider übers Ziel hinaus geschossen…

Leistung runter also, diese Vorgabe ergab sich von selbst. In der frühen Entwicklungsphase jedoch spielte das für die beteiligten Hersteller wohl (noch) keine Rolle, denn motorseitig wurde offenbar verwendet, was gerade verfügbar war. Dabei mischten alle bis dahin maßgeblichen WM-Mitstreiter kräftig mit: Lancia und Audi feilten an teils komplett neuen Mittelmotor-Kraftpaketen, Opel bereitete dagegen einen konventionellen Kadett E (mit Ford-Triebwerk!) vor. Ford selbst experimentierte mit einem Upgrade des Gruppe-B-RS200, und mit dem 405 T16 hatte auch Peugeot noch einen vom 205 T16 abgeleiteten Mittelmotor-Pfeil im Köcher.

Toyota war ebenfalls nicht neu im Spiel, wollte aber nicht länger nur als „Afrikameister“ bei Langstrecken-Rallyes brillieren: Deshalb begannen die Japaner auf Basis des MR2 unter höchster Geheimhaltung mit der Entwicklung ihres Projekts 222D. Der Plan: die Konkurrenz bei der Monte und damit gleich im ersten Einsatz zu schocken!

Front und Heck des Basis-MR2 wurden quasi hinter der Blech-Fahrgastzelle gekappt, dafür ersannen die Rallye-Ingenieure jeweils eine Gitterrohr-Konstruktion. Das Mittelmotorkonzept war natürlich gesetzt, das vom Reglement freigestellte Antriebs-Layout ließ es jedoch zu, das Twin-Cam-Turbotriebwerk quer oder längs und dazu auch das Getriebe variabel zu positionieren.

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So entstanden Prototypen mit quer verbautem Vierzylinder, danach folgten Exemplare mit Längseinbau-Konzept. Vorteil: besserer Schwerpunkt und schnellerer Service. Die Autos mit Fahrgestellnummer #1 (Quereinbau) und #8 (Längseinbau) kamen noch zur Erprobung zum Toyota Team Europe, das seit 1979 in Köln-Marsdorf ansässig war. Doch die FIA zog unter dem Eindruck der tragischen Unfälle im WM-Jahr 1986 vorzeitig den Stecker für die Gruppe S!

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Das abrupte, vorzeitige Aus verhinderte somit, dass die Prototypen voll ins Rampenlicht driften konnten. Was aber nicht heißt, dass sie völlig von der Bildfläche verschwunden wären: So sind gleich drei Exemplare von Toyotas irrem Projekt 222D bekannt – und das Auto mit Fahrgestellnummer #8 fährt nach der erfolgreichen Reaktivierung von Privatier Ernst Kopp sogar wieder. Die komplette Story können Sie in der kommenden Mai-Ausgabe der OLDTIMER PRAXIS lesen!

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