Lada Deutschland stellt die Geschäfte ein
- 07. Mai 2026
- Red. OLDTIMER MARKT
Es ist ein Ende auf Raten. Im Jahr 2024 setzt Lada Deutschland noch 33 neue Niva ab, 2025 sind es ganze drei. Der Importeur bezieht sie natürlich längst nicht mehr direkt aus Russland, sondern vom grauen Markt. Und jetzt ist Schluss: Lada Deutschland ist pleite und hat den Betrieb im März endgültig eingestellt. Zehn Mitarbeiter verlieren an den norddeutschen Standorten Buxtehude und Neu Wulmstorf ihre Jobs. „Ein Käufer für das Unternehmen konnte nicht gefunden werden“, gibt Konkursverwalter Hendrik Heerma zu Protokoll. Damit ist die 53-jährige Geschichte der Marke Lada auf dem Boden der Bundesrepublik beendet. Eine Zeitlang läuft es für Lada bei uns richtig gut, in den Siebzigern etwa setzt der westdeutsche Importeur jährlich bis zu 12.000 Exemplare der Lada-Modelle 1200 und 1500 ab. Dahinter verbirgt sich der behutsam modernisierte Fiat 124, den die Russen seit 1970 als Shiguli in Lizenz bauen. Den sperrigen Namen des Gebirges an der Wolga wollen sie ihren West-Kunden nicht zumuten, so kommt es zur Marke Lada (russisch für „Liebchen“). Um den Vertrieb kümmert sich die Hamburger Niederlassung des amerikanisch-britischen Unternehmens Satra, nachdem Fiat Deutschland das Angebot der Russen abgelehnt hat. Mit dem Geländewagen Niva zum Kampfpreis von anfangs 15.000 Mark baut Lada Deutschland ab 1978 den Marktanteil aus, speziell Jäger und Forstwirte schätzen den herben Allradler bis zuletzt. Der kantige Nova (Werbung: „mit Ozon-Vergaser“) floppt dagegen, obwohl er 1988 nur 8645 Mark kostet: „Die vielen Schwächen und die schlechte Verarbeitung werden auch vom Preis nicht wettgemacht“, urteilt auto motor und sport damals. Ein Erfolgsmodell ist ab 1986 dagegen der kompakte Samara, an dessen Entwicklung Porsche maßgeblich beteiligt ist: Als die Mauer fällt, wird der Ost-Traumwagen so erreichbar, dass Lada Deutschland 1991 die Rekordzahl von 50.000 Neuwagen absetzt. Den Gewinn steckt der Importeur allerdings nicht in sein Lada-Händlernetz, sondern in einen hoffnungsvollen Wettbewerber: Auch der Deutschland-Start der koreanischen Marke Kia im Jahr 1993 geht auf die Lada-Leute zurück.
