Geiz ist Gaul
- 30. März 2026
- Red. OLDTIMER MARKT
Weil im Nahen Osten Krieg herrscht, explodierten jüngst die Spritpreise. Der neue Ölpreisschock sorgte für Staus an Tankstellen – im Ausland ebenso wie bei uns, überall dort, wo der Literpreis kurzzeitig unter die magische Marke von zwei Euro rutschte. Ob der Preissprung tatsächlich mit der angespannten Lage an der Straße von Hormus zusammenhing oder ob die Ölmultis die Gelegenheit nutzen, ihre Margen aufzupolieren – wir maßen uns nicht an, zu urteilen. Die Bilder erinnerten manche Beobachter zwangsläufig an den Ölpreisschock von 1973. Damals führte das Öl-Embargo der arabischen OPEC-Staaten infolge des Jom-Kippur-Krieges zu autofreien Sonntagen (unten) und der Angst vor kalten Wohnungen im folgenden Winter. Autofahrer horteten Benzin in Kanistern – ein Ritual der Verunsicherung, das sich tief ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hat. Das Foto rechts wirkt heute wie eine heitere Randnotiz jener Zeit: Ein VW T2a wird während des Sonntagsfahrverbots in Oberbayern von Pferden gezogen, der luftgekühlte Boxer kurzerhand durch Hufkraft ersetzt. Eine Vorahnung alternativer Antriebe. Bevor Sie nun darüber nachdenken, wo sich ein passendes Fahrgeschirr auftreiben ließe, um den eigenen Klassiker zum Zweispänner umzurüsten: Die Spritpreise, so heißt es, könnten bald wieder nachgeben. Die Pferde dürfen also vorerst im Stall bleiben.
