Formel-1-Geschichte

Erlösung nach 73 Jahren

Andrea Kimi Antonelli hat im April 2026 Formel-1-Geschichte geschrieben: Das 19-jährige Ausnahmetalent aus Bologna gewann zwei Grands Prix in Folge. Der letzte Italiener, dem das gelang, war der große Alberto Ascari im Jahr 1953. Ascari startete seinerzeit bei 32 Grands Prix, von denen er 13 gewann, und krönte sich zweimal zum Weltmeister. Damit gehörte er zu den dominierenden Piloten seiner Zeit. 1955 verunglückte der als abergläubisch geltende Mailänder, inzwischen in Lancia-Diensten stehend, nur wenige Tage nach seinem spektakulären Sturz ins Hafenbecken von Monaco bei Testfahrten in Monza in einem privaten Ferrari-Sportwagen tödlich.

Das Bild oben zeigt Ascari auf seiner Siegesfahrt beim Großen Preis von Belgien 1953 in seinem Ferrari 500. In den acht Rennen zuvor hieß der Sieger immer Ascari – das Indy 500, das damals noch zur Weltmeisterschaft zählte, ausgenommen. Eine Bestmarke, die erst 2004 übertroffen wurde – von einem gewissen Michael Schumacher. Im Hier und Jetzt führt Mercedes-Fahrer Kimi Antonelli nach seinen Siegen in China und Suzuka, beide von der Pole Position, die WM an. Der letzte Italiener an der Tabellenspitze war indes Giancarlo Fisichella 2005. Obwohl Italien den größten Rennstall der Geschichte hervorgebracht hat, stammten die großen Talente zuletzt nur selten von dort. Dank Antonelli dürfen sich die Tifosi, deren Fokus stets auf der alles überstrahlenden Scuderia liegt, Hoffnungen auf ihren ersten Champion seit 73 Jahren machen. In den roten Overall kann Kimi ja noch hineinwachsen…