Vor 40 Jahren

Der Anfang vom Ende

Die Frage war nicht, ob, sondern wann etwas passieren musste, und das Wo stand bereits fest: bei der Rallye Portugal, vor 40 Jahren längst berüchtigt für ihre wahnsinnigen Zuschauer, die in Massen auf der Strecke standen und von den Gruppe-B-Boliden geteilt wurden wie das Meer von Moses. Als Lokalmatador Joaquím Santos am 5. März 1986 in die erste Wertungsprüfung beschleunigte, gebärdeten sich die Fans noch irrer als sonst. Mit seinem Ford RS200 über eine Kuppe kommend, verlor er die Kontrolle, rutschte in die Zuschauer und tötete vier, 32 Fans wurden teils schwer verletzt. Knapp acht Wochen später folgte das nächste Desaster bei der Tour du Corse. Henri Toivonen war von einer Grippe geschwächt – schlecht, um den 450 PS starken und 890 Kilo leichten Lancia Delta S4 auf korsischen Bergstraßen an die Kandare zu nehmen. Nahe Corte verlor er die Kontrolle, und der S4, dessen Tanks im Innenraum unter den Sitzen lagen, brannte aus, Toivonen und Beifahrer Sergio Cresto starben. Die Sportgerichtsbarkeit reagierte, noch bevor die Tour de Corse ins Ziel kam: FISA-Präsident Jean-Marie Balestre verkündete nicht nur das Verbot der Gruppe B zum 1. Januar des Folgejahres, sondern auch das der eigentlich für 1987 geplanten, noch wilderen Gruppe S. Die Revolution des freizügigen Gruppe-B-Reglements, 1982 eingeführt, hatte ihre Kinder gefressen…