Aus seinem nassen Grab gehoben
- 04. März 2026
- Red. OLDTIMER MARKT
Donald Malcolm Campbell ist bis heute der Einzige, der innerhalb eines Kalenderjahres (1964) sowohl den „Land speed record“ als auch den „Water speed record“ aufgestellt hat.
Seit 1967, als sein letzter Versuch, den Geschwindigkeitsrekord zu Wasser zu brechen, auf fatale Weise scheiterte und ihm dem Tod brachte, lagen die Überreste von Donald Campbell und seinem Rennboot „Bluebird K7“ auf dem Grund von Coniston Water in der Grafschaft Cumbria. Navy-Taucher hatten zwar kurz nach dem Unglück den Hauptteil des Wracks orten können, nicht aber den Piloten. Daher wünschte die Familie keine Bergung, ganz nach dem Willen Campbells: „Schiff und Kapitän bleiben nach einem möglichen Untergang zusammen“. Bis zum 8. März 2001, dann hoben „Bluebird“-Enthusiasten das Wrack aus knapp 45 Meter Tiefe. Einige Tagen später fanden sie auch die sterblichen Überreste Campbells, noch immer im Sitz angeschnallt. Er bekam, 34 Jahre nach seinem Tod, sein finales Begräbnis und „Bluebird K7“ eine Komplettrestaurierung. Im August 2018 absolvierte das fast vollendete Geschoss mit Jet-Antrieb die ersten und leider auch vorerst letzten Testläufe auf einem schottischen See. Danach sollte es in einem speziellen Campbell-Museum bei Coniston Water ausgestellt werden.
Parallel zu seinen Water Speed Records lief die Entwicklung eines Automobils für Campbell, das fähig sein sollte, den Landgeschwindigkeitsrekord aufzustellen: der Bluebird CN7, mit rund zwölf Millionen Mark Herstellungskosten wohl das teuerste Auto jener Zeit. Sehr gründlich und mit wissenschaftlichen Methoden war das Projekt über fünf Jahre hin verfolgt worden. Dahinter stand eine Interessengemeinschaft von rund 70 einheimischen Unternehmen, was die Angelegenheit zu einem „Projekt des britischen Prestiges“ werden ließ. Am Freitag, dem 16. September 1960 verlor er auf den Bonneville Salt Flats die Kontrolle über Bluebird CN7 und überschlug sich. Campbell zog sich dabei einen Schädelbruch und ein kaputtes Trommelfell zu. Unmittelbar danach kündigte er an, es erneut versuchen zu wollen, bezeichnend für seine zähe Verbissenheit, die ihn in den folgenden vier Jahren, zunehmend durchsetzt von schierer Verzweiflung, antrieb. Am 17. Juli 1964, einem Freitag (siehe Persönlichkeit), startete er seinen Versuch und erzielte im Mittel aus zwei Läufen 648,73 km/h, was den Rekord für radgetriebene Landfahrzeuge bedeutete. Ein Telegramm, das ihn aus dem Buckingham Palace erreichte, stand letztlich für die Bedeutung seiner Unternehmung: „Delighted to hear of your success – Philip“ (Erfreut, von Ihrem Erfolg zu hören). Im gleichen Jahr erreichte er am 31. Dezember mit seinem Rennboot Bluebird K7 mit 444,65 km/h eine neue Bestmarke auf dem Wasser, die siebte Verbesserung des eigenen Rekords ohne Unterbrechung.
