Optimistisch in die neue Saison

24. Bremen Classic Motorshow

Teilweise heftiges Schneetreiben im Norden ließen im Vorfeld die Macher der Bremen Classic Motorshow ein wenig unruhig werden, zudem fand zur gleichen Zeit vom 30. Januar bis zum 1. Februar 2026 in Paris wie üblich parallel die prestigeträchtige Rétromobile statt. Immerhin geht von der Messe an der Weser eine starke Signalwirkung für das kommende Jahr aus. Dennoch ließen sich 46.277 Klassikerfans nicht davon abhalten, am vorvergangenen Wochenende das erste große Oldtimer-Event des Jahres zu besuchen. Den Vorjahresrekord mit 46.713 Leuten wurde mithin nur knapp verfehlt. Auch auf Ausstellerseite keine Spur vom Nachlassen der Klassiker-Begeisterung im Lande, wie es ein einstiges deutsches Leitmedium geradezu genüsslich orakelt hatte. Frank Ruge, Projektleiter der Messe Bremen: „Die Nachfrage ist weiterhin ungebrochen. Wir waren bereits vor Weihnachten ausgebucht – ein starkes Signal, das uns sehr optimistisch stimmt.“

Und dieser Optimismus war berechtigt. Die Stimmung in den Hallen war entspannt, die Atmosphäre freundschaftlich bis herzlich. Hier wurde gefachsimpelt, dort wurde gefeilscht – einige Preziosen waren schon am ersten Abend verkauft. Ähnlich rege ging es im aufgrund des frostigen Winterwetters besonders kalten und zugigen Parkhaus zu, wo die Fahrzeugbörse ein etwas geringeres Angebot an Mercedes bot – die Sternenkreuzer aber immer noch deutlich in der Überzahl waren. Ein früher Seat Ibiza hatte schon am Freitagmorgen einen neuen Besitzer gefunden, ein Schnäppchen war der 1987er Renault 11 für 2200 Euro, der ebenfalls schnell einen Käufer fand.

Zwei Dreier-BMW, ein 316 für 12.900 und ein Automatik-318 für 12.650 Euro, standen zwei Wagen auseinander – und waren immerhin gut 10.000 Euro billiger ausgepreist als das Dreier-Angebot in der Messehalle. Weiterhin im Parkhaus interessant: ein seltener Ford P7a und ein noch seltenerer Badewannen-Kombi aus dem Jahr 1961. Das Salz in der Suppe bildeten ein Reliant-Dreirad, ein Mazda RX-8, ein Mercedes W116 US-Diesel sowie ein American Austin (!) – eine Marke, für die einst Buster Keaton Werbung machte. Erstaunlich auf den ersten Blick war ein Bentley Mulsanne, der mit 14.500 Euro preiswerter war als der ’77er Passat für 14.900, allerdings benötigte der Brite etwas Zuneigung.

Die Käferfreunde Wolfsburg haben diesmal einen Feuerlöschpumpen-Boxer in einen Norderney-Touristenfahrt-Volkswagen eingebaut. Er soll nach der Messe nach Hessisch-Oldendorf und im Frühjahr dort auf dem Treffen präsentiert werden. Interessant außerdem: ein 1939er HRG Sport, die umgestrickten 500er beim Fiat-500-Forum oder der leicht patinierte Goliath GP 700 E am Deuvet-Stand, der Schienen-Bulli der Autostadt und, und, und. Die Nachwuchsschrauber werkelten diesmal an einem Citroën Visa aus den Achtzigern, die modernen Klassiker in Halle 6 reichten vom Alfa 33 bis zum Wiesmann Roadster und boten unseren Podcastern von „Future Classics“ reichlich Gesprächsstoff.

Helge Thomsen präsentierte etwas weiter seine farbenfrohen „Boogie-Vans“, plüschig ausgebaute US-Kastenwagen. Und die 4x4-Sonderschau glänzte mit sportlichen Allradlern vom Bugatti T53 bis zum Porsche 959. Pechvogel hier war der gezeigte Jensen FF, der kurz vor der Messe noch vorne links Kontakt mit einem Lkw hatte. Darüber hinaus zogen Live-Talks mit Persönlichkeiten wie Volker Strycek, John Wheeler und Ernst Kopp das Publikum in ihren Bann.

Die gut frequentierte Motorrad-Sonderausstellung glänzte mit italienischen Raritäten, die OLDTIMER-MARKT-Autor Andy Schwietzer gekonnt präsentierte. Im Oberdeck der Eingangshalle fanden neben Kreidler und Vespa seltene Zweiräder von Tatran bis Miele ihren Platz. Kleiner Wermutstropfen: Das beliebte Grünkohlgericht war einen Euro teurer geworden, kostete jetzt 19,50 Euro und blieb damit nur knapp unter der 20er-Marke.

Der Termin für die 25. Bremen Classic Motorshow steht bereits fest: die Jubiläumsausgabe findet von Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Februar 2027, in den Messhallen an der Bremer Bürgerweide statt.